
Ich wollte schon immer verstehen, warum Menschen so handeln, wie sie handeln.
Wenn zwei Menschen völlig unterschiedlicher Meinung sind, interessiert mich meistens erst einmal, wie es dazu gekommen ist.
- Was bewegt den einen?
- Was ist dem anderen wichtig?
- Und warum reden die beiden eigentlich so gründlich aneinander vorbei?
Ich kann mich ziemlich gut in unterschiedliche Sichtweisen hineinversetzen. Das heißt allerdings nicht, dass ich alles gut finde oder immer Verständnis habe.
Bei Ungerechtigkeit hört mein Verständnis nämlich auch irgendwann auf.
Besonders dann, wenn manche Menschen ganz selbstverständlich immer mehr Verantwortung übernehmen, während andere sich darauf verlassen, dass schon irgendjemand alles regelt.
Und ich habe im Laufe meines Lebens festgestellt, dass ich selbst dabei auch noch einiges zu lernen habe.
Ich wollte immer, dass es für alle gut wird
In meinem Berufsleben habe ich häufig versucht, Dinge zu verbessern. Ich habe Abläufe hinterfragt, Lösungen vorgeschlagen und versucht, unterschiedliche Interessen miteinander zu vereinbaren. Mir war wichtig, dass die Zusammenarbeit funktioniert und möglichst alle Beteiligten berücksichtigt werden.
Ob meine Kollegen das immer genauso gesehen haben? Keine Ahnung. Wahrscheinlich nicht. Schließlich hatte jeder seine eigene Sicht auf die Dinge.
Aber ich weiß, was mich dabei angetrieben hat: Ich wollte verstehen, warum etwas nicht gut funktioniert, und herausfinden, wie es besser gehen könnte.
Dabei habe ich manchmal ziemlich viel Energie in Dinge gesteckt, die ich allein überhaupt nicht verändern konnte. Ich konnte mich regelrecht an Problemen festbeißen, weil ich überzeugt war, dass es doch eine Lösung geben musste.
Heute sehe ich das etwas anders. Ich darf Dinge ungerecht finden, ohne sie persönlich in Ordnung bringen zu müssen. Und nur weil ich eine Möglichkeit sehe, etwas zu verbessern, bin ich noch lange nicht dafür verantwortlich, dass es auch passiert.
Das zu erkennen war das eine. Es tatsächlich zu leben, ist noch einmal eine andere Geschichte.
Was mir wirklich am Herzen liegt
Ich wünsche mir ein Miteinander, in dem Menschen füreinander da sind, unterschiedliche Bedürfnisse ernst nehmen und Verantwortung gemeinsam tragen.
Dabei glaube ich nicht, dass immer alle gleich viel leisten müssen. Wir haben unterschiedliche Fähigkeiten, Wünsche und Belastungsphasen.
Für mich geht es darum, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam herauszufinden, was für alle Beteiligten tragbar ist. Denn ein gutes Miteinander kann niemand allein herstellen.
Verantwortung gemeinsam tragen. Damit nicht eine alles tragen muss.
Und sonst so?
Ich lebe mit meiner Familie im Norden Deutschlands und verbringe gern Zeit in der Natur.
Wenn ich mit meinem Hund und Pony draußen unterwegs bin, kommen mir die besten Ideen und Lösungen oft ganz von allein.
Manchmal brauche ich aber auch einfach meine Ruhe. Dann kann ich beim Zeichnen, Nähen oder Lesen und manchmal auch bei der Gartenarbeit wunderbar versinken und alles andere um mich herum vergessen.
Und obwohl ich lange nach besonders außergewöhnlichen Ideen und Lösungen gesucht habe, lande ich erstaunlich oft bei der Erkenntnis, dass die einfachen Dinge manchmal die wertvollsten sind.
Das überrascht mich jedes Mal wieder.
Offenbar brauche auch ich dafür gelegentlich eine Erinnerung. 😉

Schön, dass du hier bist
Ich mag es, Gedanken weiterzuspinnen, Dinge zu hinterfragen und manchmal auch meine eigene Sichtweise noch einmal auf den Kopf zu stellen.
Genau dafür gibt es diesen Blog. Hier teile ich, was mich beschäftigt, welche Zusammenhänge ich entdecke und worüber ich gerade nachdenke.
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